Bertelsmann Stiftung
KOMPIK: Kompetenzen und Interessen von Kindern

Was ist KOMPIK?

KOMPIK ist ein Beobachtungsinstrument für Erzieherinnen. Mit den Beobachtungsbögen können sie – wissenschaftlich abgesichert und stärkenorientiert – die Interessen und Kompetenzen ihrer 3,5- bis 6-jährigen KiTa-Kinder einschätzen. Die Ergebnisse aus der Beobachtung mit KOMPIK sind eine wertvolle Basis für die pädagogische Planung, die Zusammenarbeit im Team und für Gespräche mit Eltern.

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Wer hat KOMPIK entwickelt?

Den Beobachtungsbogen zu den Interessen und Kompetenzen von 3,5- bis 6-jährigen Kindern entwickelte die Bertelsmann Stiftung zusammen mit dem Staatsinstitut für Frühpädagogik in München (IFP). Wissenschaftlicher Projektleiter ist Toni Mayr (IFP), der auch die anerkannten Beobachtungsbögen mit sprachlichem Schwerpunkt – sismik und seldak – sowie perik zur sozial-emotionalen Entwicklung von Kindern entwickelt hat. Zudem waren Dr. Christina Bauer und Martin Krause an der Entwicklung beteiligt.

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Wie einfach ist KOMPIK zu bedienen?

Ich bin seit vielen Jahren Erzieherin, habe aber keine Erfahrung mit der Arbeit an einem PC. Ich mache mir Sorgen, ob ich es schaffe, KOMPIK richtig anzuwenden. Aber ich scheue mich auch grundsätzlich davor, am PC zu arbeiten.

Für viele Erzieher/innen ist die Arbeit am PC neu und daher ungewohnt. Nach unserer Erfahrung gelingt es aber allen recht schnell, die erste Scheu zu verlieren. Nach der Eingewöhnungsphase macht die Arbeit mit der KOMPIK-Software sogar richtig Spaß. Wir haben das Programm für KOMPIK so verständlich und anwendungsfreundlich wie möglich entwickeln lassen. Viele Ihrer Kolleginnen kommen gut damit zurecht und sagen, dass es selbsterklärend ist, sobald es gestartet wurde. Es hilft, wenn eine PC-erfahrene Kollegin als „Patin“ für mögliche Fragen bereitsteht.

Mehr zur KOMPIK-Software

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Wie kann KOMPIK genutzt werden?

Der KOMPIK-Beobachtungsbogen kann auf zwei Ebenen genutzt werden: 

  • Auf der Einrichtungsebene können Sie als Erzieherin mit diesem Instrument ein individuelles Kompetenz- und Interessenprofil "Ihrer" Kinder erstellen, um sie damit zu fördern. Die Ergebnisse sind auch eine sehr gute Grundlage, wenn Sie Entwicklungsgespräche mit den Eltern führen.
  • Außerdem können die Ergebnisse der KOMPIK-Einschätzungen – in anonymisierter und zusammengefasster Form – die kommunale Berichterstattung erweitern, um die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern zu verbessern.

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Wie hoch ist der Arbeitsaufwand bei KOMPIK?

Was Sie über KOMPIK berichtet haben, überzeugt mich schon sehr. Aber, ganz ehrlich: Ist das nicht alles sehr viel Arbeit? Was kommt da auf mich und meine Kolleginnen an Arbeitsaufwand zu?

Wir haben KOMPIK evaluieren lassen, daher kennen wir den Aufwand ganz gut. Bei der Evaluation haben 400 Fachkräfte insgesamt 1.400 Kinder beobachtet. Die Erzieher/innen haben uns zurückgemeldet, dass die Beantwortung der ca. 160 Fragen bei jeweils fünf Antwortmöglichkeiten zwischen 30 und 90 Minuten pro Kind dauert, je nach Routine der Fachkraft. Jedes Kind sollte einmal jährlich mit KOMPIK eingeschätzt werden. Dann können Entwicklungsverläufe gut sichtbar gemacht werden, und die Arbeit am PC hält sich in Grenzen. Die Arbeit am PC spart sogar Zeit, da die Auswertungen automatisch erstellt werden. Die eigentliche Einordnung der Beobachtungen, das Gespräch mit den Eltern und die Planung pädagogischer Impulse folgen dann natürlich noch.

Das Ausfüllen der Bogen ist das eine, aber was ist mit den zusätzlichen Gesprächen und dem Austausch über jedes einzelne Kind?

Nach unseren Erfahrungen entwickelt sich durch KOMPIK eine Eigendynamik im Kita-Team, die zu mehr Gesprächen über die Kinder, über die pädagogische Arbeit und über die weiteren Ziele der Einrichtung führt. Wir empfehlen den Kitas, die mit KOMPIK arbeiten wollen, dass der Bogen zunächst mit allen Kolleginnen im Team besprochen werden soll. Nach der ersten Praxisphase bietet sich eine Reflexion an: Was gefällt uns gut, was nicht? Wie wollen wir damit umgehen? Was könnten Stolpersteine sein? Der Austausch über die Kinder wird tatsächlich intensiver, aber auch zielgerichteter und effektiver.

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Wie belastbar sind die Ergebnisse des KOMPIK-Bogens?

Sie haben ja schon die wissenschaftliche Evaluation angesprochen. Ich bin für die Fachberatung in meiner Stadt zuständig und möchte trotzdem noch einmal nachfragen: Wie belastbar sind die Ergebnisse des KOMPIK-Bogens?

In dem Bogen sind nur die Fragen aus der Erprobungsphase enthalten, die wissenschaftlich-statistischen Kriterien genügen. Nicht alle Fragen sind für jedes Kind auf Anhieb eindeutig zu beantworten. Das ist gewollt und lässt eine Entwicklungsbandbreite zu, die gewünscht ist und Raum lässt für freie Beobachtungen, die in dem Bogen ebenfalls eingetragen werden können. Trotzdem sind die Ergebnisse in Verbindung mit anderen Informations- und Dokumentationsquellen wie etwa Portfolio oder Gespräche mit den Eltern und Kindern selbst sehr belastbar und damit aussagekräftig für ihre Entwicklung.

Mehr zur wissenschaftlichen Grundlage

Was ist mit Kinder, die nicht zwischen 3,5 und 6 Jahren alt sind?

Sie haben vorgetragen, dass KOMPIK geeignet ist für Kinder zwischen 3,5 und 6 Jahren. Was ist mit den anderen, z. B. jüngeren Kindern in unserer Krippe?

Auch Kinder außerhalb der besagten Altersgruppe können mit KOMPIK beobachtet werden. Allerdings treffen einzelne Fragen u. U. nicht für jüngere oder ältere Kinder zu, auch nicht für Kinder mit Behinderungen. Ob KOMPIK trotzdem genutzt wird, liegt im Ermessen der Fachkraft. Die Auswertung auf Basis von Normwerten steht allerdings nicht zur Verfügung, da KOMPIK nur für die genannte Altersgruppe wissenschaftlich abgesichert ist.

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Wie geht KOMPIK mit Normwerten um?

Ich möchte auf die Normwerte zu sprechen kommen. Da regt sich bei mir Widerstand. Können Sie diese Normwerte noch einmal erläutern?

Wir wissen, dass „Normwert“ z. T. ein Reizwort ist. Es geht uns und den Wissenschaftlern am IFP natürlich nicht darum, Kinder zu normieren. Kinder entwickeln sich ganz unterschiedlich, machen manchmal in kurzer Zeit Entwicklungssprünge oder stagnieren scheinbar für eine unbestimmte Zeit oder bleiben zumindest im Verborgenen. Daher spiegeln strukturierte Beobachtungen wie KOMPIK immer nur den Entwicklungsstand zu einem Zeitpunkt wider – nicht aber die Prozesse, die das Kind auf dem Weg dahin gestaltet hat, oder die Rahmenbedingungen, die diese Entwicklung ermöglicht haben. Wir verstehen, dass nicht alle Einrichtungen mit der Auswertung auf Basis von Normwerten arbeiten möchten. Deshalb können Sie mit der KOMPIK-Software auch selbst die Art der Auswertung auswählen.

Verführen Normwerte nicht dazu, sich an diesen zu orientieren und eben nicht daran, was dem einzelnen Kind ganz individuell möglich ist?

Normwerte können einen Hinweis darauf geben, wie ein Kind sich im Vergleich zu anderen Kindern seines Alters und Geschlechtes in bestimmten Entwicklungsbereichen entwickelt hat; nicht mehr und nicht weniger. Keinesfalls sind damit Entwicklungsziele verbunden! Normwerte sollten außerdem niemals isoliert betrachtet werden! Freie Beobachtungen, die Erfahrungen und das Wissen der Eltern und pädagogischen Fachkräfte sowie die Einschätzung des Kindes selbst spielen eine ebenso wichtige Rolle und sollten immer zusammengefügt werden.

Noch einmal zu den Normwerten: Kann man die bei der Auswertung auch ausschalten?

Ja, die KOMPIK-Software ermöglicht eine bestimmte Auswertungsart, die je nach Arbeitsweise der pädagogischen Fachkraft oder Einrichtung ausgewählt werden kann und die Auswertung nach Normwerten ausgrenzt. Sie können übrigens auch einzelne Fragen auslassen.

Mehr zur Auswertung

Wie reagieren Eltern auf KOMPIK?

In unserer Kita arbeiten wir mit den Eltern sehr gut zusammen. Wie sind Ihre Erfahrungen, wie reagieren Eltern auf KOMPIK?

Wenn Sie bereits gut mit Eltern zusammenarbeiten, wird man Ihnen  zunehmend vertrauen, dass Sie sich aus guten Gründen für KOMPIK  entschieden haben. Wichtig ist, dass Eltern einen Vorteil für ihr Kind aus der Beobachtung erkennen, daher sollten sie von Anfang an mit einbezogen werden. Wir empfehlen folgendes Vorgehen:

  1. Erläutern Sie noch vor der Beobachtung, warum Sie sich für KOMPIK entschieden haben und wozu Sie die Beobachtung in Ihrer alltäglichen Arbeit benötigen bzw. verwenden. Wir haben dazu einen Elternbrief entwickelt. Die Vorlage, die Sie auf die Gegebenheiten in Ihrer Einrichtung anpassen können, lässt sich auf der Seite Informationen für Eltern herunterladen.
  2. Binden Sie Ihre aktuellen Beobachtungsergebnisse in Elterngespräche ein. Vielen Eltern hilft es, wenn sie z. B. nach dem Entwicklungsgespräch eine kurze Zusammenfassung bekommen, die sie mit nach Hause nehmen können.
  3. Erläutern Sie den Eltern Ihre pädagogische Planung, und stimmen Sie sich im Vorgehen mit den Eltern ab. Tauschen Sie sich über das Kind aus, um das Kind und sein Verhalten noch besser zu verstehen, vergleichen Sie aber nicht Ihre und die Beobachtungen der Eltern. Beide Perspektiven sind wichtig und ermöglichen Ihnen erst in der Kombination ein besseres Verständnis des Kindes.

Wenn Kitas so vorgehen, sind Eltern sehr angetan von den  Auswertungsmöglichkeiten, die KOMPIK bietet.

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Wie wird bei KOMPIK der Datenschutz gewährleistet?

Der Datenschutz hat für die Bertelsmann Stiftung oberste Priorität. Die Entwicklung des Fragebogens und auch die spätere Nutzung von KOMPIK im Rahmen der kommunalen Berichterstattung werden eng abgestimmt mit den kommunalen und Landes-Datenschützern der beteiligten Modellregionen. Die technische Gestaltung des EDV-gestützten Beobachtungsbogens gewährleistet, dass von der KiTa nur anonymisierte und zusammengefasste Daten an die Kommune übermittelt werden. Damit sind Rückschlüsse auf Einzelpersonen oder einzelne Kitas ausgeschlossen. Um auch innerhalb der Kommune und den Kitas die ausreichende Datensicherheit zu unterstützen, sind einige Punkte vor Ort zu beachten.

So, wie ich unsere Eltern kenne, ist ihnen der Datenschutz sehr wichtig. Was antworte ich besonders kritischen Eltern?

Daten von Kindern unterliegen den gleichen datenschutzrechtlichen Bestimmungen wie andere personenbezogene Daten – allerdings ist die Sensibilität deutlich höher, was sich auch an den Sorgen der Eltern zeigt. Das Festhalten von Beobachtungsergebnissen auf dem PC ist für viele Einrichtungen neu. Früher mussten die Dokumentationen auf Papier „nur“ in einem verschlossenen Schrank aufbewahrt werden. Heute muss auch der PC vor dem Zugriff anderer gesichert sein. Am besten drucken Sie den Eltern unsere „12 goldenen Datenschutzregeln“ aus und erläutern ihnen, wie genau Ihre Kita die Regeln einhält.

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Staatsinstitut für Frühpädagogik in München (IFP)
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