Bertelsmann Stiftung
KOMPIK: Kompetenzen und Interessen von Kindern

Eltern für die Zusammenarbeit gewinnen

Die Eltern von Lucia (5 Jahre 7 Monate) kommen im Mai auf die Erzieherinnen zu. Sie sind unschlüssig, ob Lucia vielleicht vorzeitig eingeschult werden sollte, da sie bereits schreiben und lesen wolle und vor allem auch gerne rechnen würde. Die Eltern befürchten, dass sich Lucia im nächsten Kindergartenjahr langweilen würde und es ein verlorenes Jahr für sie sei.

Die Ergebnisse der Beobachtung und Einschätzung mit KOMPIK zeigen, dass Lucia in einigen Bereichen über weitreichende Kompetenzen verfügt. Nach Einschätzung der Erzieherinnen verhält sie sich im emotionalen und sozialen Bereich aber eher altersentsprechend und orientiert sich bei ihren Freundschaften mehr an jüngeren als an altersgleichen oder älteren Kindern. Die Erzieherinnen haben daher nicht an eine vorzeitige Einschulung gedacht.

Ein weiteres Kindergartenjahr?

Die KOMPIK-Ergebnisse werden gemeinsam mit den Eltern besprochen. Dabei wird besonders thematisiert, was ein weiteres Kindergartenjahr Lucia bringen könnte. Die Vorschläge der Erzieherinnen beziehen sich vor allem auf die emotionale und soziale Entwicklung von Lucia. Sie sollte gezielt die Möglichkeit erhalten, ihr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu stabilisieren, indem sie Aufgaben im Alltag der Einrichtung verantwortlich übernimmt. Sie sollte die Möglichkeit erhalten, ihre Stärken in die Arbeit mit den jüngeren Kindern einzubrin- gen, z.B. einen Stuhlkreis anleiten und eine Patenschaft für ein jüngeres Kind übernehmen.

Die Eltern sollen in diese Aktivitäten einbezogen werden und die Aktivitäten, die sie bisher für Lucia zu Hause vorgehalten haben, weiterführen.

Die Eindeutigkeit der KOMPIK-Ergebnisse und die Angebote der Erzieherinnen sind für die Eltern eine wichtige Entscheidungshilfe für den Verbleib von Lucia für ein weiteres Jahr im Kindergarten. Zur Reflexion der Zusammenarbeit wird ein weiteres Gespräch für Januar vereinbart. Dabei sollen dann die Lernerfolge und Entwicklungsschritte von Lucia im Kindergarten und zu Hause auf der Grundlage einer weiteren Beobachtung mit KOMPIK besprochen werden. 

Beispiele zur pädagogischen Planung

Im Folgenden werden zur Veranschaulichung einige Beispiele* aus der pädagogischen Praxis von Kitas vorgestellt, die an der Erprobung von KOMPIK beteiligt waren:

  • Beispiel 1: Einen positiven Blick auf das Kind aktivieren
  • Beispiel 2Eigene Erwartungen klären und für die pädagogische Arbeit nutzen
  • Beispiel 3: „Bridging“ als Methode zwischen den Anliegen der Erwachsenen und den Interessen/Bildungsthemen der Kinder zu vermitteln.
  • Beispiel 4: Eltern für die Zusammenarbeit gewinnen

*) Die Fallbeispiele wurden von Sonja Fischer auf der Grundlage von Berichten aus Tageseinrichtungen in Heilbronn erstellt und sind anonymisiert worden.

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Ansprechpartner

Einwilligungserklärungen

PDF-Formulare für die notwendige Zustimmung der Eltern. Eine Einverständnis zur Beobachtung müssen Sie nur dann einholen, wenn sie nicht bereits Teil Ihres Anmeldeverfahrens in der Kita ist.

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KOMPIK sinnvoll einsetzen

  • Für das Kind: Nutzen Sie die Ergebnisse für den Austausch im Team oder im Elterngespräch.

Individuelle Begleitung

  • Für die Kita: Berichte geben einen Überblick über die durchschnittlichen Kompetenzen und Interessen aller Kinder.

Kita-Konzept

  • Sozialraumbezogen: Anonymisierte Daten helfen der kommunalen Verwaltung bei der Planung von Angeboten und Fördermaßnahmen.

KOMPIK in KECK-Kommunen

  • Nutzung und Einsatzbereiche von KOMPIK

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