Bertelsmann Stiftung
KOMPIK: Kompetenzen und Interessen von Kindern

Einen positiven Blick auf das Kind aktivieren

Leon (4 Jahre 10 Monate) lebt unter schwierigen sozialen und materiellen Bedingungen. Sein Vater hat früher als Berufsschullehrer in Russland gearbeitet und arbeitet nun als Müllwerker. Den beruflichen und sozialen Abstieg kompensiert er zunehmend durch Alkohol. Die Mutter arbeitet in zwei 400 Euro Jobs und versucht die Familie zusammenzuhalten. Leon ist im familiären Bereich sehr gefordert und muss seine Bedürfnisse zugunsten der Erwachsenen oft zurückstellen. Er ist in vielen Dingen auf sich selbst gestellt. Leon kann nur selten ausdrücken, wie es ihm geht und was er mag oder nicht. Bei Konflikten zieht er sich zurück.

Die Ergebnisse der Beobachtung und Einschätzung mit KOMPIK zeigen, dass Leons Kompetenzen in vielen Bereichen eher schwach ausgeprägt sind. Als fast 5jähriger könnte er nach Ansicht der Erzieherinnen schon deutlich weiter sein. In einer Kollegialen Beratung überlegen die Erzieherinnen gemeinsam, was in der Einrichtung für Leon getan werden kann. Die KOMPIK-Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Leons Stärken im mathematischen Bereich liegen. Hier kann er vorgegebene Aufgaben selbständig lösen. Er kann Ereignisse und Handlungen gut beschreiben und ist ein sehr guter Beobachter.

Da die Erzieherinnen vermuten, dass das Thema Umgang mit eigenen Gefühlen auch noch andere Kinder ansprechen könnte, planen sie ein Projekt zum Thema „Angst – Wut – Freude – Trauer.“ Ziel ist es, den Kindern Möglichkeiten zu geben, ihre Gefühle wahrzunehmen und auf unterschiedliche Weise auszudrücken. An diesem Projekt werden mehrere Kinder beteiligt sein. Die Beobachtungen zu den Auswirkungen erfolgen jedoch individuell. So werden die Erzieherinnen genau beobachten, ob es Leon gelingt, einen Zugang zu seinen Gefühlen und Bedürfnissen zu bekommen und diese angemessen auszudrücken. 

Beispiele zur pädagogischen Planung

Im Folgenden werden zur Veranschaulichung einige Beispiele* aus der pädagogischen Praxis von Kitas vorgestellt, die an der Erprobung von KOMPIK beteiligt waren:

  • Beispiel 1: Einen positiven Blick auf das Kind aktivieren
  • Beispiel 2Eigene Erwartungen klären und für die pädagogische Arbeit nutzen
  • Beispiel 3: „Bridging“ als Methode zwischen den Anliegen der Erwachsenen und den Interessen/Bildungsthemen der Kinder zu vermitteln.
  • Beispiel 4: Eltern für die Zusammenarbeit gewinnen

*) Die Fallbeispiele wurden von Sonja Fischer auf der Grundlage von Berichten aus Tageseinrichtungen in Heilbronn erstellt und sind anonymisiert worden.

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Ansprechpartner

Einwilligungserklärungen

PDF-Formulare für die notwendige Zustimmung der Eltern. Eine Einverständnis zur Beobachtung müssen Sie nur dann einholen, wenn sie nicht bereits Teil Ihres Anmeldeverfahrens in der Kita ist.

KOMPIK sinnvoll einsetzen

  • Für das Kind: Nutzen Sie die Ergebnisse für den Austausch im Team oder im Elterngespräch.

Individuelle Begleitung

  • Für die Kita: Berichte geben einen Überblick über die durchschnittlichen Kompetenzen und Interessen aller Kinder.

Kita-Konzept

  • Sozialraumbezogen: Anonymisierte Daten helfen der kommunalen Verwaltung bei der Planung von Angeboten und Fördermaßnahmen.

KOMPIK in KECK-Kommunen

  • Nutzung und Einsatzbereiche von KOMPIK

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