Bertelsmann Stiftung
KOMPIK: Kompetenzen und Interessen von Kindern

Dieser Artikel ist Teil einer Serie aus „KiTa aktuell“:

Im vorangegangenen [Artikel] wurden zwei Formen der Auswertung über das Beobachtungsverfahren KOMPIK beschrieben: Bezogen auf das einzelne Kind (z.B. für Entwicklungsgespräche) und auf die Einrichtung insgesamt (als Grundlage für einrichtungsbezogene Planungen).

Eine dritte Form der Auswertung stellt die sog. „sozialräumliche Auswertung“ dar. Dabei geht es darum, flächendeckende Beobachtungen der Entwicklung und Bildung von Kindern, z.B. für eine ganze Stadt, aufzubereiten und für die kommunale Planung und Steuerung von frühkindlichen Bildungs- und Hilfsangeboten zu verwenden. Konkrete Bezugspunkte für solche Vorhaben sind folgende Fakten:

  • Die Verantwortung für die Ausgestaltung von frühkindlichen Bildungsangeboten liegt primär bei den Kommunen.
  • Bildungschancen von Kindern hängen stark vom sozialen Hintergrund ab.
  • Die mit sozialer Benachteiligung verbundenen Probleme von Kindern und Familien sind weder von dem/der einzelnen Erzieher/in noch von der Kindertageseinrichtung allein zu lösen. Es besteht deshalb zusätzlicher Handlungsbedarf auf der kommunalen Ebene.

Für tragfähige Lösungen brauchen Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit dafür zunächst detaillierte Informationen über die Lebenslagen von Kindern und Familien. Viele Kommunen erheben als Grundlage für kommunale Planungsprozesse bereits jetzt flächendeckend Daten zum sozialen Hintergrund von Familien. Diese Informationen werden häufig auf Stadtviertel oder – noch kleinräumiger – auf sog. „Sozialräume“ heruntergebrochen. Unter „Sozialraum“ wird dabei eine kleinräumige regionale Aufgliederung unterhalb der Ebene „Stadtviertel“ bzw. „Ortsteil“ verstanden, etwa im Sinn von „Wohnquartier“ (vgl. z.B. Reutlinger, Kessl & Maurer 2005; Werlen & Reutlinger 2005). So wird sichtbar: In welchen Sozialräumen bestehen welche sozialen Bedarfe?

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Quelle und Autoren

Dieser Artikel unter dem Namen "KOMPIK auf Sozialraumebene (3)" erschienen in KiTa aktuell BY 2011 Heft 12, S. 284-287.

Toni Mayr

Dipl.- Psychologe, München, war bis zu seinem Tode wissenschaftlicher Referent am Staatsinstitut für Frühpädagogik, IFP

Martin Krause

Dipl.- Psychologe, München, Wissenschaftlicher Referent am Staatsinstitut für Frühpädagogik, IFP

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